Werbung in Social Networks - facebooks katastrophale Ergebnisse
Valleywag.com berichtet über die enttäuschende Response von Werbung auf facebook.com. So sei die Klickrate bei einem Skyscraper 120×600 bei 0,04%. Damit hätte Facebook die schlechtesten Ergebnisse von allen Werbeträgern erzielt. Sogar MySpace lag mit 0,10% deutlich besser.
Die Frage ist, wen wundert es? Mich jedenfalls nicht. Mich hat eher gewundert mit welcher Euphorie Social Networks gekauft wurden. Insbesondere ein Studentennetzwerk. Nichts gegen die angehenden Akademiker. Aber sind es nicht gerade die Studenten, die kein Geld zur Verfügung haben und sich für Werbung wenig interessieren. Ich war sehr überrascht, wie sicherlich viele andere auch, dass Holtzbrinck StudiVZ für solch einen großen Betrag gekauft hat. Wo sollen die Einnahmen herkommen? Premium-Mitgliedschaften - bei Studenten sicher Fehlanzeige. Werbung? Nun, wie das oben genannte Beispiel zeigt, bietet sich eine Studentenplattform nicht gerade für Werbung an.
Ich habe vor einigen Jahren den Vermarkter orangemedia.de gegründet. Aus dieser Zeit weiß ich noch zu genau, dass die Werbeindustrie Communities nicht belegen wollten. Weil die Klickraten schlecht sind und der Werbetreibende nicht weiß, auf welchem Content er wirbt. Damals ist es passiert, dass Markenartikler plötzlich Werbung auf Seiten hatten, wo betrunkene Jugendliche zu sehen waren, die sich übergeben hatten. Das will kein Markenartikler. Nun habe ich mich bei meinen ehemaligen Kollegen erkundigt, wie die Werbetreibenden heute dazu stehen. Es ist in der Tat ein Interesse da, auf Social Networks zu buchen. Aber wohl eher, weil es etwas Neues ist, weil es hipp ist. In überschaubarer Zeit werden die Agenturen und deren Kunden feststellen, dass die Klickraten auf Communities immer noch schlecht sind und sie den Content immer noch nicht beeinflussen können.
Ich möchte allerdings nicht verschweigen, dass es durchaus Social Networks geben kann, die für Werbetreibende interessant sind. Es kommt nur auf die Zielgruppe an. Eine Community für Surfer ist für Hersteller von Surfboards und Surferbekleidung sehr interessant. Eine Community für Eltern von Babies ist für Pampers & Co. sicher auch interessant. Wenn man also ein Social Network über Werbung finanzieren möchte, so sollte man sich vorher überlegen, ob die Zielgruppe für Werbung interessant ist. Insofern hat sich nichts verändert und das wird auch trotz web2.0 so bleiben.
07. März 2007 um 23:28
Also wundern tut mich das auch nicht wirklich, dass die Resonanz dermassen schlecht ist. Wie Du schon erwähnt hattest, Communities mit einer gewissen Spezialisierung (wir machen gerad das Autoportal fertig und dann bald die Community dazu) werden von Werbeträgern gerne gesehen. Aber Zielgruppenbestimmung und andere Marketingmethoden haben natuerlich weiterhin Bestand.
Das verstehen halt die web 2.0 Programmierer nicht “ach wir stellen einfach ein Portal rein, wo man Bilder und Videos hochladen kann”. Toll.. die wievielte Plattform wird das im Endeffekt? Schau mal auf http://www.web2null.de .. eine Ansammlung von Clonportalen und jeder wittert das grosse Geld..
Einfachste Marketingregeln nicht beachten ist halt katastrophal (sorry, alte Rechtschreibung)
07. März 2007 um 23:34
Hoppla, ich wollte Sie siezen, das “Du” ist mir rausgerutscht, verzeihung
08. März 2007 um 00:33
[...] Jens Kunath weiß mehr darüber, warum Unternehmen nicht auf Communities und Social Networks werben wollen und wann es doch Sinn machen würde. Facebook hat angeblich mit 0,04 Prozent die schlechteste Klickrate aller Werbeträger. Die Frage ist, wen wundert es? Mich jedenfalls nicht. Mich hat eher gewundert mit welcher Euphorie Social Networks gekauft wurden. Insbesondere ein Studentennetzwerk. Nichts gegen die angehenden Akademiker. Aber sind es nicht gerade die Studenten, die kein Geld zur Verfügung haben und sich für Werbung wenig interessieren. Ich war sehr überrascht, wie sicherlich viele andere auch, dass Holtzbrinck StudiVZ für solch einen großen Betrag gekauft hat. Wo sollen die Einnahmen herkommen? [...]
08. März 2007 um 13:44
[...] passend dazu die Denke der Old School Guys, die den Schuss immer noch nicht gehört haben: Jens Kunath, Gründer von OrangeMedia meint dazu: Ich habe vor einigen Jahren den Vermarkter orangemedia.de gegründet. Aus dieser Zeit [...]
08. März 2007 um 16:01
[...] bezieht Robert hiebei zur Aussage von Jens Kunath, Gründer von [...]
09. März 2007 um 10:36
ist das jetzt etwa auch der neuste schrei? einfach in den kommentaren zu einem artikel textauszüge aus artikel zitieren und fertig.
na super!
ihr zitierer braucht mir natürlich nicht zu erklären warum, ich weiß, einfach nur werbung für den eigenen blog. kann man ja nicht mit eigenen worten formulieren.
na super!
fehlt ja jetzt nur noch das du jens werbung für deine kommentare machst und die zitierten zitate nochmal zititerst und die professionellen zitierer zitieren dann deine zitierten zitate…
auf die links hab ich natürlich demonstrativ nicht geklickt, bei diesem niveau.
da geb ich doch lieber einen kommentar ab, ohne link! (was? häh? wieso? ist der verrückt? das lohnt sich ja garnicht! ohne link????….)
09. März 2007 um 16:08
@ Jochen: Das sind Trackbacks. Sie dienen dazu, den Autor eines Artikels daraufhinzuweisen, dass sein Artikel auf einem anderen Blog in einem anderen Artikel verlinkt wurde und vermutlich etwas darüber geschrieben wurde. Oder mal bei Wikipedia gucken. Hilft auch manchmal…
11. März 2007 um 14:23
[...] auf Werbebanner eines Surfherstellers klicken, als die einer Wander-Community. Ich kann diesen Ansatz des Interessen-Targetings teilen, möchte aber als Betreiber eines Networks auch bemerken, dass sich Platzierungen auf Social [...]
12. März 2007 um 12:29
[...] habe ich einen Beitrag bei Robert Basic auf meine Ausführungen über die Klickraten auf Facebook gelesen. Zuerst einmal möchte ich Robert Basic meinen Respekt zollen, für den Aufwand den er mit [...]
15. März 2007 um 22:19
[...] Zielgruppe. Matthias Greve ist doch tatsächlich der Meinung, dass die bisherigen Angebote zu spitz sind. MySpace zu spitz? Mit 150 Millionen Mitgliedern? Auch T-Online will demnächst ein Social Network [...]
17. März 2007 um 20:39
Hört sich vernünftig an was du da sagst. Aber kann nicht auch ein Social Network mit einer heterogenen Usergruppe erfolgreich Werbung schalten?
In Social Networks gibt man ja seine Interessen, seinen Musikgeschmack, Lieblingsfilme alles an. Wenn man da einen gecheiten Mechanismus enwickelt, kann man dann ja Werbung für ein Jazz-Album nur bei den Leuten einblenden die Jazz hören.
Dann ist die Werbung ja wieder Zielgruppenspezifisch und wieder interessant für Firmen.
War nur son Einfall ich bin kein Fachmann in der Richtung, darum kann ich nicht sagen ob sowas möglich wäre, aber als Laie könnte ich es mir schon vorstellen.
Was ist deine Meinung dazu?
20. März 2007 um 23:28
@Hans Gartner:
Die Idee ist sehr gut. Ich habe mich gerade an einem Unternehmen beteiligt, welches neue Werbeformen für Social Networks und Blogs entwickelt. Mehr dazu demnächst.
12. Juni 2007 um 07:29
[...] geflirtet und Fotos angesehen. Nicht gerade das ideale Umfeld für Werbetreibende. Siehe dazu auch mein Artikel zu [...]
30. Oktober 2007 um 13:59
[...] einigen Monaten hatte ich bereits über die katastrophale Klickrate in Social Networks, insbesondere bei Facebook, [...]
12. Juli 2008 um 22:27
Hallo Jens,
das waren auch meine ersten Gedanken, wieso kauft jemand so eine Plattform für soviel Geld wo doch die Studenten keine Kohle haben…
Aber man muss auch bedenken dass sich auf einer Plattform nicht nur mit Werbung Geld verdienen lässt. Und solange die Plattform eine hohe Besucherfrequenz hat ist es ein Stück vom Kuchen(Markt)….