Erinnerungen an Google und die alten Zeiten

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Ich komme gerade von ein paar Tagen Urlaub zurück und lese überall die Nachricht: Google kauft Doubleclick.

Ich habe eben ein paar Minuten auf der Terrasse in der Sonne gelegen und in alten Erinnerungen geschwelgt. An einen Abend im Herbst 2000 kurz nach der Gründung von orangemedia. Ich saß mit meinem Partner Dirk Ströer und unserem Leiter Entwicklung Nico Lumma im Fischereihafen-Restaurant in Hamburg. Wir hatten ein Geschäftsessen mit Fabio Selmoni, der damals für die Europa-Geschäfte von Google verantwortlich war.

Ich muss dazu sagen, dass Google in Deutschland noch nicht sehr bekannt war und gerade erst vor dem Durchbruch stand. Nico hat uns damals prophezeit, dass Google den Markt der Suchmaschinen komplett verändern wird und wir uns unbedingt um die Vermarktung von Google bemühen müssen. Das taten wir an dem Abend reichlich. Allerdings machte uns Fabio klar, dass aufgrund eines weltweiten Deals Doubleclick die Vermarktung übernehmen wird. Und das sei auch nur vorübergehend, denn Google wolle eine eigene Vermarktungsmannschaft in Deutschland aufbauen. Das wollten wir zu dem Zeitpunkt kaum glauben, wer war Google?

Offenbar konnten wir Fabio aber doch überzeugen, oder er wollte sich nur für das Essen revanchieren. Orangemedia hatte daraufhin Google für etwa 4 Wochen in der Vermarktung. Dann begann Google selbst die Anzeigenplätze zu verkaufen. Im Jahr 2006 (also 6 Jahre später) hat Google etwa 750 Millionen Euro in Deutschland umgesetzt, fast die Hälfte des gesamten Onlinewerbemarkts. Und gestern auch noch Doubleclick für 3,1 Mrd. Dollar gekauft.

So ändern sich die Zeiten…

Was mir aber auch ein unangenehmes Gefühl gibt. Was ist aus Google, dem Underdog geworden? Dem jungen, frischen Unternehmen, welches angetreten war, um aus dem Internet einen besseren Platz zu machen. Heute ist Google aggressiver als der ach so “böse” Wettbewerber Microsoft. Und streckt seine krakenartigen Arme überall hin aus. Und das muß Google auch, will man den extrem hohen Aktienkurs halten. Aber ob das im Interesse der Internetnutzer ist?