Investoren in Deutschland

Ich habe in den letzten Monaten einige Beteiligungen abgeschlossen. Es handelt sich dabei fast ausschließlich um Seed-Finanzierungen. Nun steht bei den meisten dieser Beteiligungen die 2. Finanzierungsrunde an. Meine Arbeit besteht deshalb im Moment darin, mit potentiellen Investoren in Kontakt zu treten und diese für eine Anschlußfinanzierung zu gewinnen. Noch vor ein paar Monaten war das ein ziemlich einfaches Unterfangen, wenn das Konzept und die Gründer stimmen. Doch das hat sich seit einiger Zeit verändert. Viele Investoren, die noch vor einigen Monaten fast blind investiert haben, schauen sich nun um so kritischer die Businesspläne an.

Die Finanziers im deutschen web2.0 bestehen fast ausschließlich aus Business-Angel und Medienhäusern. Venture Capital Unternehmen im größeren Stil gibt es im deutschen Internet derzeit fast gar nicht. Woran liegt das? Zum einen daran, dass die meisten VC aus dem Ausland (vornehmlich USA) gesteuert werden und dass das Management zu oft nach USA schielt und danach fragt, ob es in Amerika bereits ein erfolgreiches Unternehmen mit dem Konzept gibt. Und dann wird sich darüber beschwert, dass es in Deutschland nur Copycats gibt und keine Innovation.

4 Gedanken zu „Investoren in Deutschland“

  1. Es gibt doch gar keine VC-Investitionen im Internet in Deutschland. Und die Business Angel investieren nur ein paar tausend Euro. Streuen dann auf 20 Unternehmen. Ein blindes Huhn aus dem Portfolio wird dann schon ein Korn finden und von einem dummen Verlag oder Fernsehsender gekauft werden. Samwer lässt grüßen.

  2. @Rolf:
    Das stimmt nicht so ganz. Es gibt schon auch VC-Investitionen, aber leider viel zu wenige. Die Gründe dafür hatte ich ja oben beschrieben.

    Dass BA nur ein paar tausend Euro investieren stimmt so nicht. Derzeit finanzieren die BA einen großen Teil der web2.0 Unternehmen. Auch zum Thema Streuung muss ich widersprechen. Die meisten BA überlegen sich sehr genau, in welches Unternehmen sie investieren. Denn es geht nicht nur um das Investment, sondern auch um einen Mehrwert, den der BA einbringt.

    Ich unterstütze die Gründer nicht nur mit Kapital, sondern auch mit Kontakten und Beratung. Ich stelle einen beachtlichen Teil meiner Arbeitszeit für Startups zur Verfügung, um diese beim Aufbau zu unterstützen.

  3. @Michael
    Also 100.000 Millionen Dollar wären schon etwas viel, nämlich 100 Milliarden. Aber der Grundtenor ist natürlich ganz klar zu erkennen: deutschen Wagniskapitalgebern (unsinnigerweise wird ja Venture Capital in Deutschland immer wieder mit Risiko- anstatt Wagniskapital übersetzt) sitzt das Geld eben nicht so locker, wie den Investoren in anderen Ländern. Mag es die typisch deutsche Vorsicht beim investieren oder aber auch der ständige Blick nach Übersee sein, ob eine solche Idee dort denn Erfolg hätte, die Gründe sind vielseitig. Umso schöner ist es zu lesen, wie Business Angels Gründern finanziell und auch anderweitig immer wieder unter die Arme greifen und so schon manchen Traum verwirklichen konnten.

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