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Rechtsform von Startups

Mir raucht der Schädel. Ich komme gerade aus einem Gespräch mit meinem Rechtsanwalt. Nachdem ich vorgestern schon mit einem Steuerexperten über die beabsichtigte Gründung/Beteiligung an Startups gesprochen hatte, brauchte ich nun auch rechtliche Beratung.

Eigentlich wollte ich jetzt um 10.00 Uhr zum Notar gehen und eine Gesellschaft gründen. Den Termin habe ich nach den Beratungsgesprächen erst einmal verschoben. Was ist passiert?

Mein Steuerberater informierte mich über die bevorstehende Unternehmenssteuerreform. Demnach werden die Unternehmenssteuern zwar sinken (was gut ist!) aber gleichzeitig werden alte Steuervorteile, wie das Halbeinkünfteverfahren abgeschafft (was schlecht ist!). Was heißt das aber für mich? Der Rat meines Steuerberaters ist, das Geld aus meiner Beteiligungsgesellschaft noch in diesem Jahr an mich privat auszuschütten, da ich dafür nächstes Jahr 8% mehr Steuern darauf zahlen müsste.

Ich sollte dann neue Unternehmen nicht mehr über die Beteiligungsgesellschaft finanzieren, sondern privat. Das Problem aber ist, warum soll ich das Geld ausschütten und damit versteuern, wenn ich es dann wieder reinvestieren möchte? Dann doch lieber mit dem unversteuerten Geld der Beteiligungsgesellschaft.

Dann kam der Rat des Steuerberaters, ich solle die neuen Gesellschaften als KG gründen. Denn dann könnte ich die anfänglich entstehenden Verluste sofort in meiner privaten Einkommensteuererklärung in Abzug bringen. Zumindest in der Höhe, wie ich Kapital in die Gesellschaft eingebracht habe. Das klingt verlockend. Aber ist eine KG praktikabel für das Beteiligungsgeschäft? Wird ein VC oder ein Verlag in eine KG einsteigen? Na klar, wird er das tun, wenn das Produkt gut ist. Man kann ja auch die KG später in eine GmbH umwandeln. Das klingt mir aber alles ganz danach, als ob Rechtsanwälte, Steuerberater und Notare mit dieser komplizierten Strukturierung Geld verdienen.

Ich habe bislang die GmbH immer bevorzugt. Das Problem der GmbH allerdins ist folgendes. Wenn ein neuer Gesellschafter eintritt und ich in der Summe 50% der Anteile abgeben sollte, dann verfallen die Verlustvorträge. Das wäre ungünstig, denn gerade in den ersten Monaten entstehen ja die Verluste.

Die Verwirrung bei mir ist nun ersteinmal so groß, dass ich die Beurkundung von 2 anstehenden Gründungen verschoben habe. Ich brauche noch etwas Zeit um mich mit der Materie auseinanderzusetzen.

Paranga, Camps Bay

Paranga, Camps Bay

Eines meiner Lieblingsrestaurants in Cape Town ist das Paranga. Ein szenig eingerichtetes Designer-Lokal direkt am Strand von Camps Bay. Es wird coole Chillhouse-Musik gespielt, das Publikum ist jung und schön. Der Blick schweift über den weißen Strand zum türkisfarbenen Meer.

Paranga, Camps Bay 2

Ich mag das Restaurant besonders wegen des “seared Tuna-Steak”. Es kommt mit 2 Tempura-Prawns on top und einer delikaten Asia-Sauce. Für mich das “weltbeste” Tuna-Steak. Dazu einen Weißwein Mulderbosch Sauvignon Blanc. Das Leben kann so schön sein….

openBC hats geschafft!

Logo xinglogo_openbc.gif

Ich bin nun schon seit 3 Jahren Mitglied bei openBC. Ich nutze die Plattform regelmäßig um Informationen über andere Menschen zu finden oder auch nur einfach Ansprechpartner herauszufinden und mit diesen in Kontakt zu kommen. Das ist nichts Besonderes, viele in unserer Branche tun das.

Aber jetzt hat es openBC geschafft! Meine Frau hat sich letzte Woche angemeldet. Und nicht etwa auf meinen Tipp hin, sondern sie wurde von einer Freundin eingeladen – aus Südafrika. Meine Frau ist seit 2 Jahren Hausfrau und kümmert sich um unseren Sohn, es besteht also kein geschäftliches Interesse der Anmeldung. Aber sie hat es trotzdem getan und ist völlig begeistert. Denn nun kann sie alte Bekannte wiederfinden und auch über die weite Entfernung ihre Freundschaften in Deutschland pflegen. Sie verbringt recht viel Zeit damit ihr Netzwerk aufzubauen und das erinnert mich daran, wieviel Zeit ich in diese Plattform gesteckt habe. Wenn ich nur 5 Minuten pro Kontakt bisher aufgebracht habe, so bedeutet es, dass ich bei derzeit 438 Kontakten bereits 36 Stunden meiner Arbeitszeit investiert habe, also fast eine ganze Arbeitswoche.

Die entscheidende Frage aber ist: Warum nutzt meine Frau openBC und nicht etwa eine Networking-Plattform die auf die Freizeit ausgerichtet ist. Antwort: weil es keine sinnvolle Plattform dafür in Deutschland gibt. myspace ist zu “unseriös” mit den vielen Fakes und auch zu jung. Vom Design möchte ich hier erst gar nicht schreiben… Welche Alternativen gibt es noch?

Das zeigt, dass der Markt der Networking-Plattformen noch längst nicht abgegrast ist. Es gilt einfach für die verschiedenen Zielgruppen eigene Angebote zu entwickeln. Wo sich die Nutzer auch wirklich aufgehoben fühlen. Ich fühle mich als Unternehmer bei openBC aufgehoben. Aber myspace.com spricht mich privat nicht an. StudiVZ aus dem Alter bin ich raus. neu.de hat tolle neue Funktionen, aber ich bin kein Single und meine Frau würde 3x nachfragen warum ich mich bei einer Singlebörse anmelde (okay, ich gebe es zu: ich bin angemeldet – aber aus rein beruflichen Gründen). Wo fühlen sich Eltern aufgehoben, wo Schwule, wo Sportinteressierte, wo Leute, die gerne Reisen?

Morgen werde ich auf meinem Blog einen Überblick über die in Deutschland vorhandenen Social Networks geben und übermorgen einen Blick über den großen Teich in die USA machen. Danach werde ich hier erarbeiten, welche Bereiche der Social Networks aus meiner Sicht in Deutschland eine Chance haben werden.

Warum ich das mache? Ich möchte mir selbst einen Überblick verschaffen und das mit Ihnen diskutieren. Und ich suche nach interessanten Projekten, bei denen ich als Business Angel und Investor einsteigen kann. Denn ich glaube im Bereich Social Networks kann noch gutes Geld verdient werden.

slide.com

Nach dem ich hier über imagelooop berichtet habe, war es an der Zeit auch den Wettbewerber slide.com auszuprobieren. Hier das Ergebnis:

Die Bilder stammen vom Shark-Diving, welches ich neulich hier in der Nähe von Cape Town gemacht habe. Hat Spaß gemacht und war aufregend, nur das Wasser war ganz schön kalt ;-)

Was unterscheidet slide.com von imagelooop? Slide.com war früher am Markt und das sieht man auch an den Funktionalitäten. Es ist noch leichter zu bedienen und es gibt mehr Effekte und Spielereien. Aber auch hier bleibt die Frage der Monetarisierung noch offen. Zwar ist die Entwicklung der Nutzerzahlen gigantisch, aber wie Geld verdient werden kann ist auch dem Blog von slide nicht zu entnehmen. Aber muss uns ein Unternehmen überhaupt mitteilen, wie es Geld verdienen will? Das bleibt doch unserer Kreativität überlassen. Bevor es Blogs gab, hatten wir doch auch nicht den Anspruch darauf, dass uns jedes Unternehmen sein Businessmodell erklärt.

BLUES, Camps Bay

Blues, Camps Bay 1 Blues, Camps Bay 2

Heute waren wir mal wieder im BLUES, einem Restaurant in Camps Bay. Das Besondere an diesem Restaurant ist der einzigartige Blick auf den Strand von Camps Bay und das frische Seafood. Das Restaurant ist nicht mehr das, was es in seinen besten Jahren war. Man ist immer noch bemüht excellenten Service zu bieten und die Küche ist meist auch noch sehr gut. Aber leider nicht mehr hervorragend, wie es noch vor ein paar Jahren der Fall war. So trifft man mittlerweile auch fast nur noch Touristen an, die “Locals” haben sich andere Plätze gesucht.

Egal, es ist immer noch wunderbar bei einer erfrischenden Flasche Weißwein (bevorzugt von Neil Ellis) und gegrillten Calamari oder einem Crayfish den schönen Menschen beim Sonnenbaden oder Beach-Volleyball spielen zuzuschauen.

Slideshows mit imagelooop

Neulich hatte ich hier von einem sehr inspirierenden Abendessen mit den imagelooop-Gründern gesprochen. Ich habe das Produkt jetzt mal ausprobiert und mir eine eigene Slideshow zusammengestellt.

Eigene Slideshow erstellen Alle Fotos ansehen

Worin besteht der Sinn von imagelooop? Der Platz auf Blogs wie diesem oder auch auf Websiten oder eBay-Auktionen ist begrenzt. Oftmal möchte man mehr Fotos darstellen, als es der Platz zulässt. Ich kann mir natürlich eine eigene Slideshow aus Flash bauen oder ganz alt aus animated Gif. Aber das ist aufwändig. Imagelooop bietet einen ganz einfachen Service. Ich kann meine Fotos von der Festplatte oder auch von FlickR oder MySpace hochladen und dann ganz einfach Format, Übergänge und übriges Design festlegen. Die Verlinkung zu myspace oder anderen Seiten einfach herstellen oder den gelieferten Code auf die Website einbinden. Fertig. So leicht kann die Einbindung einer eigenen Slideshow sein. Und sieht auch noch toll aus. Aus meiner Sicht ein Service, der sich durchsetzen wird. Herzlichen Glückwunsch an die imagelooop-Gründer.

myart.net – web1.0 und trotzdem erfolgreich

myart.net Logo

Mein Beteiligungsunternehmen Kunst-Outlet (siehe auch hier) bietet die Produktion von eigenen Motiven an. Der Nutzer lädt sein Foto auf den Server und myart.net druckt das Motiv auf Leinwand und spannt es anschließend auf Holzkeilrahmen. Fertig ist das persönliche Kunstwerk. Der Druck auf Leinwand verleiht dem Motiv einen künstlerischen Touch, der durch den Holzkeilrahmen noch verstärkt wird. Geeignet, um sich persönliche Kunst zu Hause aufzuhängen oder auch ideal als Geschenk.

myart Beispielbild

Wenn Sie sich diese Plattform anschauen, dann ist das web1.0. Eine Entwicklungsstufe, die 3 Jahre alt sein könnte. Alles grafisch umgesetzt, für Suchmaschinenmarketing völlig ungeeignet. Und trotzdem ist es erfolgreich. Die entscheidende Frage ist doch nun aber, wie mache ich das Angebot web2.0-fähig und ist das überhaupt sinnvoll?

Was könnte web2.0 für Vorteile bringen. Ich könnte natürlich alle bereits produzierten Fotos dem User anzeigen. Die Fotos könnten getaggt werden, damit man sie auch schneller finden kann. Die User könnten auch ihre eigenen Fotos hochladen und anderen zum Druck anbieten. Dadurch könnte der User sogar Geld verdienen, denn man könnte ihm von jedem Druck etwas abgeben. Die User könnten die Fotos bewerten und ihre Kommentare dazuschreiben. Aber braucht das Angebot wirklich diese Funktionalitäten? Wird es dadurch nicht möglicherweise zu kompliziert. Sollte man ein zweites Flickr entwickeln um es an dieses Angebot anzudocken? Oder sollte man eine Kooperation mit einer bestehenden Fotocommunity suchen?

Ich habe mir noch keine abschließende Meinung dazu gebildet.

AOL Mitarbeiter geht zu freenet!

freenet Anzeige Hamburger Abendblatt

Gerade habe ich bei Nico Lumma die folgende Anzeige gefunden.

1. Ich finde es witzig gemacht und dazu noch sehr clever, denn man schlägt bei freenet zwei Fliegen mit einer Klappe. Man holt die guten Leute bei AOL ab und schwächt damit den Wettbewerber noch mehr. Und man stellt sich als die “Guten” dar, denn wer wächst und Leute einstellt gehört zu den “Guten”.

2. Erinnert es mich sehr an die Anzeigenschaltungen, die wir Ende der 90er Jahre bei freenet gemacht hatten. Diese waren ganz klar gegen den Hamburger Wettbewerber AOL ausgerichtet. Was haben wir damals für Abmahnungen bekommen. Aber es war lustig und frech.

3. Muss es eine wahre Freude für die freenet-Verantworlichen sein, den Niedergang des einst so gefürchteten Wettbewerbers zu sehen. War Ende der 90er Jahre noch das Ziel irgendwann AOL zu überholen, muss man sich jetzt natürlich ganz andere Ziele setzen. Denn von dem damals mächtigen AOL ist nicht mehr viel übrig.

Ich hoffe für die verbliebenen Angestellten bei AOL, dass Torsten Ahlers weiß, was er tut und die neue Strategie von AOL erfolgreich ist. Auch wenn ich daran derzeit noch meine Zweifel habe. Das kann aber auch daran liegen, dass mir nicht alle Informationen dazu vorliegen.

bonus.net – die Veränderungen im Internet

bonus.net Logo

Es gehört auch dazu etwas Selbstkritisches zu schreiben. Ich habe zwar in den letzten Jahren sehr viel Erfolg im Internetgeschäft gehabt, aber einige Dinge würde ich doch anders machen, wenn ich die Chance dazu hätte. bonus.net gehört dazu. Ich möchte Sie hier an meinen Erfahrungen und Fehlern teilhaben lassen und Ihnen anhand dieses Beispieles zeigen, wie das Internet auch den Umgang mit den Kunden verändert.

Im Jahr 2002 habe ich das Unternehmen www.bonus.net übernommen. Es gehörte vorher der Metro und danach einer neuen Investorengruppe, von denen ich es dann auch übernommen hatte. Der Name ist Programm, es geht darum dem Nutzer Einkaufsvorteile (Boni) bei mittlerweile mehr als 500 Partnern zu gewähren. Der Kunde meldet sich bei bonus.net an und geht über bonus.net zu den Partnern einkaufen. bonus.net übergibt eine eindeutige ID des Kunden an den Partner und so kann der Partner Rückerstattungen abrechnen, wenn der bonus.net-Kunde bei ihm einkauft. bonus.net wiederum rechnet dann monatlich alle Rückerstattungen mit seinen Nutzern ab und überweist das Guthaben an sie. Für diesen Service zahlt der Abonnent 5,00€ im Monat, also 60€ im Jahr.

Das Modell war und ist sehr erfolgreich. Ich konnte damals mit einem immensen Werbeaufwand innerhalb von 3 Monaten mehr als 120.000 Abonnenten für diesen Service gewinnen. Und da lag eine Ursache des späteren Problems. Aus Kostengründen wurden die Rechnungsläufe gesammelt gemacht, dass heißt es sind schon mal 30.000 Rechnungen gleichzeitig rausgegangen. Womit ich nicht gerechnet hatte, war das hohe eMail- und Telefonaufkommen. Ich hatte anfangs 10 Personen im Customer Care Center. Die waren aber völlig überfordert mit der Flut an Rückmeldungen. So konnten viele Telefonate und eMails nicht beantwortet werden, was dazu führte, dass die gleichen Leute noch mehr Mails schrieben, zu den Verbraucherzentralen gingen, die Presse informierten oder einfach nur Internetforen vollschrieben und das Problem damit noch potenzierten.

Leider waren damals die wirtschaftlichen Zwänge so groß, dass ich möglichst schnell die Abogebühren der Leute im Unternehmen brauchte, um die hohen Werberechnungen von mehreren Millionen Euro bezahlen zu können. So machte ich die Mahnzyklen kurz und gab die Fälle später zum Inkasso.

Um es hier noch einmal in aller Deutlichkeit zu sagen. bonus.net war und ist seriös. Der Anmeldeprozess rechtlich einwandfrei, wie uns später auch von mehreren Gerichten bestätigt wurde. Das Marketing war -zugegeben- recht aggressiv. Aber auch nicht aggressiver als das bei der Abogewinnung von Burda, Bertelsmann oder anderen Verlagen der Fall gewesen wäre.

Womit ich nicht gerechnet hatte, waren die neuen Kommunikationsmöglichkeiten des Internet. “Betroffene” konnten sich innerhalb kurzer Zeit über das Internet verbünden. So wurden wilde Verschwörungstheorien in Internetforen entwickelt. Diese wurden wohlwollend und leider auch ungeprüft von Zeitungen und Fernsehsendern aufgenommen und so kam eine Lawine ins Rollen, die ich damals nicht stoppen konnte. Ich habe das damals einzig Richtige getan. Den Kopf eingezogen, die Prügel kassiert und bin für einige Zeit unauffällig geblieben. Das heißt wir hatten die Werbung für bonus.net eingestellt. Das war eine sehr harte Zeit für das Unternehmen, denn wir hatten gerade erst die Strukturen für eine starke Expansion aufgebaut. So musste ich wieder Mitarbeiter freistellen und gnadenlos Kosten senken.

Nun, was habe ich aus dieser Zeit gelernt und was würde ich anders machen?

Das Internet hat den Umgang mit Kunden entscheidend verändert. Der Nutzer ist mündig geworden. Hat man sich früher über den Abschluß des Bertelsmann Buchclub geärgert, wurde das im kleinen Familien- und Freundeskreis oder am Stammtisch ausdiskutiert. Heute ist es in Windeseile in Foren, auf Blogs oder auf Produktbewertungsseiten. Es ist wichtig geworden mit dem Kunden zu kommunizieren. Schafft man es nicht den direkten Dialog mit dem Kunden zu finden, sucht er sich seine Plattform im Internet und das ist für das Unternehmen am wenigsten zu kontrollieren.

Durch diese Veränderungen muss das Unternehmen den Dialog mit unzufriedenen Kunden suchen und für Transparenz sorgen. Natürlich muss ein Unternehmen in erster Linie bestrebt sein, dass es keine oder nur wenige unzufriedenen Kunden gibt. Aber jeder Unternehmer weiß, dass das Illusion ist. Es gibt immer einen gewissen Prozentsatz, der mit allem unzufrieden ist. Wichtig ist nur, wie man mit diesen Kunden umgeht.

Im Falle bonus.net war der größte Fehler, die Kunden die unzufrieden waren oder behaupteten sie hätten sich nicht angemeldet, trotzdem in den Inkassovorgang zu geben. Heute weiß ich, dass Kunden die nicht zahlen wollen auch Wege finden um nicht zu zahlen. Und diese unzufriedenen Kunden machen viel mehr kaputt, als es Wert wäre die offenen Forderungen von ihnen einzutreiben.

Im Falle von bonus.net waren das nur wenige Kunden. Etwa 500 bis 600 von 120.000. Das sind etwa 0,5%. Aber diese 0,5% haben das Unternehmen in schwere Bedrängnis gebracht. Es wurden in Internetforen Aufrufe gestartet Anzeige gegen bonus.net zu erstatten, zu den Verbraucherzentralen zu gehen, die Fernsehsender zu informieren. Alles mit Adressen und Musterbriefen. So war ich als Geschäftsführer nur noch auf “Nebenkriegsschauplätzen” unterwegs und konnte mich nicht mehr um die Weiterentwicklung des Produktes kümmern.

Heute, nach etwas mehr als 4 Jahren sind noch über 10.000 Abonnenten aktiv. Diese Abonnenten zahlen seit 4 Jahren ihre Mitgliedsgebühr und nutzen das System aktiv. Für viele lohnt sich die Mitgliedschaft. Wir haben es geschafft, dass bonus.net trotz der ganzen Widrigkeiten überlebt hat und mittlerweile profitabel ist. Aber ich mag mir gar nicht vorstellen, wie erfolgreich das Unternehmen heute wäre, wenn ich damals schon die Erfahrung von heute gehabt hätte und einige Dinge anders entschieden hätte.