Kategorie-Archiv: Business-Angel

Jens Kunath berichtet über seine Arbeit als Business-Angel und Internetinvestor. Erlangen Sie Einblicke über Erfolge und Misserfolge von Jens Kunath.

Media Ventures investiert in Rabattschlacht.de

aha.de Logo

Für mein neues Unternehmen Rabattschlacht.de konnte ich die Media Ventures als Investor gewinnen. Dem ab nun unter aha.de Internet GmbH firmierenden Unternehmen wird damit ausreichend Liquidität und Mediapower zur Verfügung gestellt, um weiter zu wachsen. Ich freue mich besonders, dass ich Dirk Ströer von dem Konzept überzeugen konnte. Denn wir kennen uns bereits aus anderen Unternehmensgründungen. So haben wir gemeinsam den Online-Vermarkter orangemedia.de aufgebaut.

Ich habe Media Ventures insbesondere auch deshalb ausgewählt, weil das Unternehmen eine langfristig unternehmerisch geprägte Ausrichtung hat. Uns geht es nicht um den schnellen Exit, sondern darum ein profitables Unternehmen aufzubauen, an dem wir lange Freude haben.

Unter rabattschlacht.de wird weiter der Live-Shopping-Ansatz verfolgt. Jeden Tag gibt es ein Produkt in begrenzter Stückzahl.

Unter aha.de wird ein Shoppingportal mit einer Vielzahl von Produkten entstehen. Aber auch hier werden die Preise für den Nutzer verdeckt sein. Das Aufdecken kostet 0,90€ und senkt den Preis um 0,50€. Dadurch purzeln die Preise permanent nach unten, so lange bis ein Kunde kauft. Wurde das Produkt von einem Kunden gekauft, fängt die Rückwärtsauktion wieder von vorne an und der Preis sinkt wieder so lange, bis der nächste Kunde zuschlägt.

Bevor ich kauf, deck ich auf … Aha.de!

So können die Kunden Schnäppchen machen und bis zu 80% unter UVP kaufen. Aber auch schon beim ersten Aufdecken wird es Erfolgserlebnisse geben. Denn die Startpreise werden zum Teil bereits deutlich unter der unverbindlichen Preisempfehlung des Herstellers liegen.

Beeings heißt jetzt Minidienste

Warum? Weil der Name leichter zu kommunizieren ist. Es hat sich herausgestellt, dass der Name Beeings zwar witzig ist, aber von der Mehrheit der Deutschen nicht verstanden wird. Minidienste sagt genau aus um was es geht: Jeder kann seine Dienste von privat an privat anbieten. Oder man kann Tätigkeiten vergeben, die man selbst nicht machen möchte oder kann. Also eine Plattform zum Finden von Babysittern, Haushaltshilfen, Nachhilfe-Lehrern oder wie im unten gezeigten Beispiel einer Thaimassage.

Minidienste

Verbunden mit dem neuen Namen ist ein Relaunch. Die Seite hat jetzt auch Google-Karten. Nichts besonderes heute mehr, aber nützlich. Man kann so den Aktionsradius in der Karte sehen, den der Dienstleister anbietet.

Aufarbeiten von Beteiligungsanfragen

Ich bin leider die letzten Wochen kaum dazu gekommen, Anfragen wegen Beteiligungen zu beantworten und noch weniger diese auch zu lesen. Ich bitte hiermit alle, die so lange auf Antwort warten mussten, um Nachsicht.

Ein Sonntag im verregneten Hamburg ohne Familie (diese ist in Cape Town geblieben), hat mir nun die Gelegenheit gegeben, mein Postfach etwas aufzuarbeiten. Es haben sich die letzten 2 Monate wieder ca. 30 Businesspläne angesammelt. Die Qualität ist besser geworden. In vielen Konzepten befindet sich jetzt auch eine Strategie, wie das Unternehmen Geld verdienen wird.

Leider bin ich zeitlich sehr stark eingespannt und möchte eher ein paar Beteiligungen abbauen, als neue einzugehen. Aber 2-3 Ideen waren sehr vielversprechend und ich werde in Gespräche mit den Gründern gehen. Nicht mehr als Lead-Investor, wie ich das bisher getan habe. Aber wenn sich ein anderer Investor findet, der die Lead-Funktion übernimmt, bin ich ggf. dabei.

In eine Idee habe ich mich sofort verliebt und bin Feuer und Flamme. Mehr dazu demnächst.

Geld verdienen im web2.0

Nachdem ich etwas dem Alltagsstress entkommen bin, sind mir immer wieder Gedanken durch den Kopf gegangen, welche Businessmodelle ich weiterverfolgen sollte.

Vorausgeschickt sei gesagt, dass ich immer der Meinung war, dass man kein Businessmodell rein auf Exit aufbauen kann, sondern dass man ein Unternehmen aufbauen muss, welches Geld verdient. Diese Grundregel hat natürlich auch im web2.0 Bestand.

Es gibt allerdings immer wieder Beispiele von Unternehmensverkäufen, die kaum oder gar keinen Umsatz machen und trotzdem zu Traumbewertungen verkauft werden. Als Beispiel seien nur jüngst Youtube, StudiVZ oder LastFM genannt. Es liest sich natürlich fantastisch, wenn die Google-Gründer heute sagen, dass sie einfach nur ein gutes Produkt bauen wollten und kein Businessmodell und keine Ahnung hatten, wie sie damit Geld verdienen können. Aber man sollte sich eben genau anschauen, wieviele Beispiele es davon tatsächlich gibt. Man ist immer geneigt, sich an den Top-Stories zu orientieren. Aber wieviele solcher Versuche sind gescheitert? Wahrscheinlich einige Hundertausend weltweit.

Die Euphorie um das web2.0 hat dazu geführt, dass Unternehmen wieder (wie Ende der 90er Jahre) nach Userzahlen bewertet werden und nicht nach klassischen Kriterien, wie Umsatz oder Gewinn.

Nun steht natürlich die Monetarisierung durch Werbung oder Nutzergebühren direkt dem Communitywachstum entgegen. Was ist der Königsweg? Erst viele User aufbauen, den Tipping Point erreichen und schnell wachsen. Und sich um das Geld verdienen dann Gedanken machen, wenn die Community groß ist? Oder von Anfang an das Unternehmen auf eine solide Basis stellen und möglichst schnell Einnahmen erzielen? Das Community-Wachstum könnte dadurch eingeschränkt werden.

Wenn ein Unternehmen ausreichend Venture Capital erhält, um ein, zwei oder auch mehr Jahre ohne nennenswerte Umsätze überleben zu können, dann ist das für die Community-Bildung sicher sehr gut. Es gibt aber nur noch wenige VC, die in ein Produkt investieren, nur weil es gut ist, ohne ein konkretes Businessmodell.

Ich bin da eher für die konservative Variante. Ich muss eine genaue Vorstellung haben, wie das Unternehmen Geld verdienen kann. Werbung ist bei dem derzeitigen Werbeumfeld keine schlechte Ausgangsposition. Aber sich allein darauf zu verlassen ist auch sehr riskant. Denn was passiert, wenn der Werbemarkt nicht mehr so schnell wächst? Wenn die Klickraten auf den web2.0-Angeboten so schlecht sind, dass Werbekunden diese Plattformen meiden. Wenn die User sich zu sehr von der Werbung gestört fühlen und abwandern? Es müssen also weitere Finanzierungsmöglichkeiten her. Das könnten eCommerce-Angebote sein, Transaktionsgebühren für Aktionen oder Premium-Modelle. Insbesondere Transaktionsgebühren und Premium-Modelle finde ich sehr spannend. Es gab eine Zeit zwischen 2003 und 2006, da hatte sich langsam rumgesprochen, dass man für Dienstleistungen im Internet auch Geld bezahlen muss. Die Singlebörsen seien hier nur erwähnt. Dann kamen die web2.0-Communities und alles war wieder kostenlos. Es ist kein Geheimnis, dass StudiVZ auch zum Flirten benutzt wird. Ich glaube, dass die web2.0-Communities auch wieder Premiummodelle einführen werden. Oder besser “Freemium”-Modelle, wie es XING macht. Man kann das Angebot in einer kostenfreien Variante nutzen, hat aber Einschränkungen. Für weitere Funktionalitäten muss man dann eine geringe monatliche Gebühr zahlen.

Dies ist keine neue Erkenntnis. Ich versuche alle meine web2.0-Beteiligungen in diese Richtung zu entwickeln. Bei manchen kann man das sofort machen, andere müssen erst noch wachsen und User aufbauen. Nur so können die Unternehmen unabhängig von weiteren Finanzierungsrunden werden und sich so mittelfristig selbst tragen. Denn es ist auch kein Geheimnis, dass es zwar eine Reihe von Business-Angel in Deutschland gibt, die Unternehmen finanziell unterstützen. Aber das “große” Venture Capital, wie zum Beispiel in den USA, gibt es in Deutschland nur ganz vereinzelt.

Startup Wettbewerb

Ich wurde gefragt, ob ich für die Jury beim Startup-Wettbewerb des Online Marketing Stammtisch in Berlin am 30.11.07 zur Verfügung stehe. Klar mache ich das. Ich werde zwar selbst nicht am 30.11.07 in Berlin sein können, aber bei der Beurteilung von Business-Plänen helfe ich natürlich gerne mit. Wer noch einen Businessplan einsenden möchte, der möge das noch bis zum 25.11.07 an startup@om-stammtisch.de tun.

Beteiligung bei Beeings

Logo Beeings

Vor ein paar Monaten habe ich mich bei der Internetplattform Beeings beteiligt. Beeings ist ein Marktplatz für private Dienstleistungen. Was My-Hammer und Profis.de für den Profibereich sind, ist Beeings für Privatleute. So kann jeder sein Profil anlegen und mit seinen Fähigkeiten ein paar Euro dazuverdienen. Auf der anderen Seite können sich Unternehmen und private Haushalte günstige Dienstleistungen einkaufen.

Es ist etwa 4 Monate her. Ich war auf einem längeren Flug unterwegs und arbeitete mich durch ca. 30 Businesspläne. Frustriert und müde wollte ich mich schon schlafen legen. Dann kam der Businessplan von Beeings. Das Konzept leuchtete mir sofort ein. Denn die Plattform kann auch ich gebrauchen. Meine Frau suchte Anfang des Jahres eine Haushaltshilfe in Deutschland und war frustriert, weil es keine gute Plattform dafür im Internet gab. Endlich mal wieder ein Businessplan, der dem Nutzer einen sinnvollen Dienst bietet und ein klares Businessmodell hat. Nach der Landung rief ich sofort Andreas Jakob, einen der Gründer an. Ein paar Tage später kamen mich die beiden Gründer in Hamburg besuchen und noch ein paar Tage später saßen wir beim Notar.

Seit 01.10.07 ist die Plattform online. Ich wünsche den Gründern viel Erfolg.

Was meine Aufgaben sind?
- Seed-Finanzierung
- kostenlose Stellung von Marketinginventar (eMail-Marketing)
- Beratung der Gründer
- Gewinnung von weiteren Investoren

Investoren in Deutschland

Ich habe in den letzten Monaten einige Beteiligungen abgeschlossen. Es handelt sich dabei fast ausschließlich um Seed-Finanzierungen. Nun steht bei den meisten dieser Beteiligungen die 2. Finanzierungsrunde an. Meine Arbeit besteht deshalb im Moment darin, mit potentiellen Investoren in Kontakt zu treten und diese für eine Anschlußfinanzierung zu gewinnen. Noch vor ein paar Monaten war das ein ziemlich einfaches Unterfangen, wenn das Konzept und die Gründer stimmen. Doch das hat sich seit einiger Zeit verändert. Viele Investoren, die noch vor einigen Monaten fast blind investiert haben, schauen sich nun um so kritischer die Businesspläne an.

Die Finanziers im deutschen web2.0 bestehen fast ausschließlich aus Business-Angel und Medienhäusern. Venture Capital Unternehmen im größeren Stil gibt es im deutschen Internet derzeit fast gar nicht. Woran liegt das? Zum einen daran, dass die meisten VC aus dem Ausland (vornehmlich USA) gesteuert werden und dass das Management zu oft nach USA schielt und danach fragt, ob es in Amerika bereits ein erfolgreiches Unternehmen mit dem Konzept gibt. Und dann wird sich darüber beschwert, dass es in Deutschland nur Copycats gibt und keine Innovation.

Venture Lounge

Gestern fand in Berlin die Venture Lounge statt. 10 Startups erhielten die Möglichkeit sich vor einem Investorenkreis zu präsentieren. Die Veranstaltung war extrem gut besucht. Etwa 300 Personen hörten sich die Vorträge an und nutzten die Pausen für Networking. Mehr zur Venture-Lounge bei Deutsche Startups.

Sven Achter von Holtzbrinck Ventures hielt einen kurzen Vortrag zu Fast Forward 2, dem Investitionsprogramm von Holtzbrinck. Er sprach von Zulieferern im Internet vergleichbar mit der Automobilindustrie und von Entwicklern, die für ein Betriebssystem Anwendungen schreiben und natürlich das Facebook als Plattform dritte Entwickler (Zulieferer) nutzt, um Applikationen zu bauen. Bis dahin nichts Neues. Aber interessant finde ich, dass Holtzbrinck genau solche Unternehmen mit Fast Forward 2 finanzieren möchte. Und nicht etwa in den USA, sondern in Deutschland. Was den Schluss nahe legt, dass sich StudiVZ ähnlich wie Facebook für Dritte öffnen wird. Ich würde es mir sehr wünschen, denn es würde das Web2.0 deutlich voranbringen.

Vicinia steht zum Verkauf

Logo Vicinia

Wie Deutsche-Startups und Gründerszene gerade berichtet haben, steht Vicinia zum Verkauf.

Schade. Ich hatte mit Silab Kamawall mehrere Gespräche wegen einer Beteiligung geführt. Ich war beeindruckt von seiner Energie einfach das Projekt anzupacken und zu programmieren. In diesem Bereich ist er super. Was ihm fehlte, war ein Team. Zumindest noch ein Partner, der sich mit Marketing auskennt und kaufmännische Kenntnisse hat. Das war seine Schwäche, weshalb ich auch nicht investiert habe.

Das zeigt wiedereinmal, wie wichtig das richtige Team ist. Und das längst nicht jedes Social Network überleben wird.

Ich wünsche Silab viel Erfolg beim Verkauf des Projektes. Gestern habe ich ihm ein Projekt gegeben, welches er im Auftrag für eines meiner Beteiligungsunternehmen programmieren wird. So bleibt der finanzielle Schaden wenigstens in Grenzen.

170 Businesspläne

Ich habe seit meinem Aufruf vor 3 Monaten etwa 170 Businesspläne zugeschickt bekommen. Manche sehr umfangreich, andere sehr unkonventionell.

Davon bestimmt mehr als 100 Ideen aus dem Social Network Bereich. Die wenigsten richtig spannend. Ich glaube nach wie vor an Social Networks. Aber die Idee muss schon etwas Besonderes mitbringen und wenn es eine gute Marketingidee ist. Und bitte nicht das 7. Studentennetzwerk oder das 10. Sportlernetzwerk.

Es gab aber auch einige, wenige Perlen darunter. Es ist fast wie die Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen. Aber es lohnt sich. Ich habe bereits 3 Beteiligungen abgeschlossen und weitere 4 sind in den letzten Vertragsverhandlungen und werden in den nächsten Tagen abgeschlossen.

Im Moment besteht meine Arbeit deshalb im Wesentlichen darin, mit Rechtsanwälten, Notaren, Steuerberatern und Gründern über die Vereinbarungen zu sprechen. Das nimmt doch viel Zeit in Anspruch und so komme ich kaum dazu, mich um andere Dinge zu kümmern.

Da es mein Anspruch ist, aktiv die Gründer beim Aufbau zu unterstützen, werde ich auch maximal 10 neue Beteiliungen pro Jahr eingehen. Denn mehr kann ich persönlích aus Zeitgründen nicht leisten. Wenn ich die bisherige Ausbeute zugrunde lege, dann muss ich wohl noch weitere 100 Businesspläne sichten, damit ich die nächsten 3 Beteiligungen eingehen kann.