Kategorie-Archiv: Social Networks

Nervfaktor facebook

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Als ich mich bei Facebook neu angemeldet hatte, war ich begeistert. Ich kann viele internationale Freunde finden, sogar aus meiner Zweitheimat Südafrika. Es gibt tolle Applikationen und es macht Spaß.

Aber so langsam geht es mir auf die Nerven. Täglich erhalte ich Boozemails, also virtuelle Drinks. Das fand ich am Anfang wirklich Klasse und witzig. Aber so langsam nimmt es Ausmaße an. Oder ich werde aufgefordert online Poker zu spielen, Superlative meinen Freunden zuzuordnen, meine Freunde zu vergleichen und, und, und…

Für viele Kids mag das genau das Richtige sein. Facebook war für mich anfangs so interessant, weil es übersichtlich ist und man es für ernsthafte Kommunikation verwenden kann. Aber im Moment ist es einfach nur nervig und als Businessplattform nicht geeignet. Meiner Meinung nach wird es Anbietern von Applikationen zu einfach gemacht, das Nutzer ihre Freunde in Massen für neue Applikationen einladen. Das sage ich als User. Als Investor bei shoppero.com finde ich das natürlich gut, so wie es ist.

Facebook arbeitet an Lösungen für Usertargeting

Ich bin der festen Überzeugung, dass die eigentliche Herausforderung der Werbung auf Web2.0 Plattformen das Targeting ist. User hinterlassen zum Teil unglaublich viele Informationen über sich in einem Social Network. Ziel für Anbieter und Werbetreibende ist es, diese Informationen für gezielte Werbung zu nutzen.

Facebook arbeitet laut Berichten des Wallstreet-Journal genau an solchen Lösungen. Offenbar soll es für Werbetreibende möglich sein, selbst Kampagnen einzubuchen und die Targeting-Kriterien festzulegen. Das wäre ein Angriff auf Googles Geschäftsmodell.

Während Googles Targeting darauf beruht, dass der Nutzer bereits seine Wünsche in Form von Suchbegriffen geäußert hat, ist der Vorteil eines Social Networks, dass dem User Produktangebote gemacht werden können, bevor er den Wunsch selbst geäußert hat. Das ist aus werbepsychologischen Gesichtspunkten ein interessanter Ansatz.

Wichtig beim Targeting ist, dass die Daten beim Social Network verbleiben und nicht an den Werbtreibenden weitergeleitet werden. Die Werbung darf auch nicht plump auf die Interessen des Users zugeschnitten sein. Im Idealfall bemerkt der User gar nicht, dass seine persönlichen Informationen für die Werbung eingesetzt werden. Unbewusst wird er aber an der Werbung mehr und mehr interessiert sein, da sie seine persönlichen Bedürfnisse anspricht. Auch die altbekannten Werbeformate werden dafür wenig geeignet sein. Es müssen neue, intelligente Integrationen her.

Das alles ist noch Zukunftsmusik und kein Anbieter hat diese Lösungen tatsächlich, wie Debra Aho Williams, ein Online-Advertising Analyst von eMarketer Inc sagt:

Finding a way to use people’s interests and personal connections to show them relevant ads has “always been the promise of social networking, but we’re still waiting to see the big successes,”

Dass die Social Networks dringend eine solche Technologie benötigen liegt auf der Hand. Es ist kein Geheimnis, dass die Klickraten auf Werbung in Social Networks deutlich geringer sind, als auf herkömmlichen Portal-Seiten.

Venture Lounge

Gestern fand in Berlin die Venture Lounge statt. 10 Startups erhielten die Möglichkeit sich vor einem Investorenkreis zu präsentieren. Die Veranstaltung war extrem gut besucht. Etwa 300 Personen hörten sich die Vorträge an und nutzten die Pausen für Networking. Mehr zur Venture-Lounge bei Deutsche Startups.

Sven Achter von Holtzbrinck Ventures hielt einen kurzen Vortrag zu Fast Forward 2, dem Investitionsprogramm von Holtzbrinck. Er sprach von Zulieferern im Internet vergleichbar mit der Automobilindustrie und von Entwicklern, die für ein Betriebssystem Anwendungen schreiben und natürlich das Facebook als Plattform dritte Entwickler (Zulieferer) nutzt, um Applikationen zu bauen. Bis dahin nichts Neues. Aber interessant finde ich, dass Holtzbrinck genau solche Unternehmen mit Fast Forward 2 finanzieren möchte. Und nicht etwa in den USA, sondern in Deutschland. Was den Schluss nahe legt, dass sich StudiVZ ähnlich wie Facebook für Dritte öffnen wird. Ich würde es mir sehr wünschen, denn es würde das Web2.0 deutlich voranbringen.

Karriere dank XING

Ein Blick auf XING hat mir heute eine neue Funktion offeriert. Es werden “passende” Jobangebote zu meinem Profil angezeigt.

Xing

Na da kann ich ja vielleicht doch noch Karriere auf meine alten Tage machen ;-)

- Vertriebsprofi, Trainee
- Kundenberater Anzeigenwerbung
- Junior Mediaberater
- Mediaberater

Vielleicht sollte XING die Worte “die zu Ihrem Profil passen” streichen.

Zu spät für ein Social Network?

Ich höre immer wieder die Frage: “Ist es nicht schon zu spät für ein Social Network?”

Davon abgesehen, dass sich außer StudiVZ und XING noch kein Social Network in Deutschland durchgesetzt hat. Es ist niemals zu spät, wenn man eine besondere Idee hat und diese besser umsetzt, als die Konkurrenz. 1999 hätte ich keinen Cent auf Google gewettet, damals waren Yahoo und Altavista beherrschend.

Genauso hatte ich meine Zweifel als ein guter Bekannter, Arne Kahlke, vor ein paar Jahren erzählte, dass er eine neue Singlebörse gründen möchte. 2004, zu einem Zeitpunkt, als Parship, friendscout, meetic, neu.de und andere schon recht groß waren. Ich dachte damals, wozu braucht der Markt noch eine Singlebörse? Arne startete Elitepartner gegen die übermächtige Konkurrenz. Wenig später beteiligte sich Burda. Mit viel Fleiß, guten Kooperationen und starken Partnern hat es Arne geschafft ein Unternehmen aufzubauen, welches sich gegen die Wettbewerber durchsetzen konnte. Vor ein paar Wochen hat Burda nun seine Anteile erhöht. Arne hat ein kleines Vermögen gemacht.

Es gibt viele dieser Beispiele. Und das sollte Gründern Mut machen. Es ist niemals zu spät, man muss nur besser sein als die Wettbewerber und die potentiellen Kunden davon überzeugen.

Vicinia steht zum Verkauf

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Wie Deutsche-Startups und Gründerszene gerade berichtet haben, steht Vicinia zum Verkauf.

Schade. Ich hatte mit Silab Kamawall mehrere Gespräche wegen einer Beteiligung geführt. Ich war beeindruckt von seiner Energie einfach das Projekt anzupacken und zu programmieren. In diesem Bereich ist er super. Was ihm fehlte, war ein Team. Zumindest noch ein Partner, der sich mit Marketing auskennt und kaufmännische Kenntnisse hat. Das war seine Schwäche, weshalb ich auch nicht investiert habe.

Das zeigt wiedereinmal, wie wichtig das richtige Team ist. Und das längst nicht jedes Social Network überleben wird.

Ich wünsche Silab viel Erfolg beim Verkauf des Projektes. Gestern habe ich ihm ein Projekt gegeben, welches er im Auftrag für eines meiner Beteiligungsunternehmen programmieren wird. So bleibt der finanzielle Schaden wenigstens in Grenzen.

XING öffnet sich

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In der Onlineausgabe des Handelsblatt wird berichtet, dass XING ähnlich wie Facebook seine Schnittstellen für externe Programmierer öffnen wird. Allerdings gibt Vorstandschef Lars Hinrichs zu bedenken, dass nicht alles möglich sein wird, was Facebook zulässt. “…Wir müssen genauer trennen zwischen dem, was wir wollen und dem, was wir rechtlich dürfen.“

Ich finde, das ist ein Schritt in die richtige Richtung. Es wird auch in Deutschland den Markt weiter voranbringen und das bestimmt nicht zum Nachteil von XING.

PaulsMama.de ist online

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Es ist vollbracht. PaulsMama.de ist online.

Noch gibt es hier und da ein paar Bugs. Der Stammbaum wird bei sehr großen Familien noch sehr unübersichtlich gezeichnet. Manche Verwandtschaftsverhältnisse können noch nicht richtig dargestellt werden (zum Beispiel geschiedene Eltern mit Kindern und neuen Partnern). Aber dafür ist es auch eine Beta-Phase, die selbstverständlich weiterentwickelt wird.

Leider ist die Entwicklung nicht ganz problemlos verlaufen. Es gab Schwierigkeiten mit dem Entwickler des Stammbaums, der uns von Woche zu Woche vertröstet hat. Das hat dazu geführt, dass PaulsMama fast 8 Wochen später starten konnten, als das geplant war. Nicht ganz unwichtig, denn in der Zwischenzeit sind einige Wettbewerber im Bereich Mütter-Community und Stammbäume online gegangen. Insbesondere der frühere Start von verwandt.de schmerzt. Gratulation an Sven Schmidt und Daniel Grözinger, die in den letzten Wochen einen guten Job gemacht haben. Wenn ich etwas positives aus dem Start von verwandt.de ziehen kann, dann ist es die Tatsache, dass Familienstammbäume auch in Deutschland ein reizvolles Thema sind.

Aber PaulsMama ist deutlich mehr als ein Familienstammbaum. Der Stammbaum ist nur ein Feature von vielen. PaulsMama ist das XING für die ganze Familie und alle Freunde. Denn bei PaulsMama kann ich mich mit meinen Verwandten und Freunden vernetzen, Nachrichten schreiben, neue Menschen mit gleichen Interessen kennenlernen, Blogs schreiben, Fotos hochladen und Fotos anschauen, Fragen an die Community oder Experten stellen und mich in Gruppen an Diskussionen beteiligen. PaulsMama bietet also deutlich mehr, als die Anbieter der Familienstammbäume in Deutschland.

Die Abgrenzung vom Wettbewerb, auch von den Mütter-Netzwerken, wird im Blog von PaulsMama beschrieben.

2.594.074.988 PageImpressions

StudiVZ

Zumindest wenn man sich die PageImpressions von StudiVZ anschaut, möchte man meinen der Deal hat sich für Holtzbrinck gelohnt. Mit fast 2,6 Mrd. Seitenaufrufen ist die Studenten-Community das größte Angebot im deutschsprachigen Internet. Bei den Visits sieht es da aber ganz anders aus. Mit 80,7 Millionen Visits ist StudiVZ “nur” auf Platz 6. Was dennoch ein großer Erfolg ist, denn es handelt sich eben nur um Studenten und Schüler.

Was sagt uns diese Zahl? Social Networks haben eine unglaubliche Anziehungskraft und Stickiness. Innerhalb von knapp 2 Jahren ist StudiVZ also zum größten Onlineangebot geworden und größer als alle Verlagstitel und auch größer als die Internetriesen T-Online und web.de.

Wenn da nur nicht das Thema Monetarisierung wäre. Was sind 2,6 Mrd. PageImpressions bei StudiVZ wert? Zahlen darüber kenne ich bisher noch nicht. Aber ich gehe fest davon aus, dass die Werbeumsätze noch recht gering ausfallen dürften. Und da ist eben der entscheidende Unterschied. T-Online, web.de oder auch Spiegel-Online werden von den Werbetreibenden sehr gerne gebucht und StudiVZ eben bislang nicht. Das liegt nicht nur an der Zielgruppe der Studenten, sondern auch an der Art der Nutzung. Die Klickraten auf Werbeflächen bei StudiVZ liegen deutlich unter denen bei den Internetportalen oder Verlagstiteln. Kein Wunder, wird doch bei StudiVZ vor allem gechattet, gegruschelt, geflirtet und Fotos angesehen. Nicht gerade das ideale Umfeld für Werbetreibende. Siehe dazu auch mein Artikel zu Facebook.

Bei Markus Frind habe ich dazu einen sehr guten Beitrag entdeckt, der einige aktuelle Zahlen zu Facebook liefert.

via: Deutsche-Startups.de

Wie PaulsMama Geld verdienen wird

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Mein Beteiligungsunternehmen PaulsMama ist nun in die geschlossene Beta-Phase gegangen. Ich habe es natürlich auch getestet und bin vom ersten Eindruck sehr zufrieden. Natürlich gibt es noch hier und da ein paar Bugs, aber die werden sicher schnell behoben sein. Ein Problem gibt es aber dennoch: der Familienstammbaum ist noch nicht fertiggestellt. Es handelt sich dabei um ein zentrales Feature, denn nur mittels des Stammbaums lassen sich die Verwandtschaftsverhältnisse sinnvoll darstellen. Und ganz davon abgesehen, ist der Stammbaum ein virales Tool, welches die Verbreitung ankurbeln soll.

In einem aktuellen Artikel erzählt die Gründerin, wie sie mit dem Portal Geld verdienen wird.