Kategorie-Archiv: Werbung

Wer twittert muss nicht auch gewählt werden

Beim Schreiben meines letzten Artikels bin ich bei Robert Basic über folgenden Artikel gestolpert. Robert spricht sich darin für Thorsten Schäfer-Gümbel als neuen Ministerpräsidenten in Hessen aus, weil er modern ist und twittert. Ich habe bislang immer auf eine politische Meinungsäußerung in meinem Blog verzichtet. Aber diesesmal kann ich nicht an mich halten.

Hessen, war das nicht das Bundesland in dem Frau Ypsilanti schon für Chaos gesorgt hat? Herr Schäfer-Gümbel reiht sich da nahtlos ein. Denn ist das nicht der Herr, der zur Überwindung der Wirtschaftskrise eine Zwangsanleihe für Reiche gefordert hat? Sechs setzen, würde ich wohl mal sagen. Denn man kurbelt bestimmt nicht die Wirtschaft an, in dem man seinen Bürgern eine Zwangsanleihe auf das hart verdiente Geld verordnet. Und erst recht nicht, wenn man es nicht nur von den wirklich Reichen, sondern von der Mittelschicht erwartet. Denn 750.000€ Vermögen (inkl. Immobilien) trifft viele Bürger, die ein Eigenheim besitzen. Reich sind diese deshalb trotzdem nicht.

Also nur weil ein Kandidat meint, er müsse jetzt den Wahlkampf von Obama kopieren und eben mal schnell etwas sinnloses twittert, ist das noch kein Grund ihn zu wählen. Auch wenn Koch nicht der sympathischste und modernste Politiker ist, so kann ich Hessen nur wünschen, dass Herr Schäfer-Gümbel möglichst wenig Stimmen erhält.

2009: Jahr des Performance Marketing

Es ist nicht schwer zu erkennen, dass auch der Internetmarkt das erstemal seit der letzten Krise eine schwere Zeit bevorsteht. Insbesondere den Markt der Onlinewerbung wird es treffen. Zwar wird mit einem weiteren Wachstum gerechnet, aber es wird wahrscheinlich eher im einstelligen Prozentbereich sein. Das Wachstum wird dabei insbesondere aus dem Bereich Performance-Marketing kommen. TKP-basierte Werbung wird meiner Einschätzung nach rückläufig sein.

Die Auslastung der Werbeflächen mit hochpreisigen TKP-Buchungen wird massiv zurückgehen. Um die Werbeflächen auszulasten, werden die großen Publisher und Ad-Networks auch Buchungen im Low-TKP-Bereich oder auf CPC-Basis zulassen. Es wird eine Konzentration der Vermarkter geben. Diese hat letztes Jahr bereits begonnnen:

  • Ströer Interactive übernimmt ad2net und fusioniert diese mit orangemedia
  • Mediasquares wird eingestellt
  • United Internet Media plant Adlink zu integrieren
  • weitere Übernahmen oder Fusionen sind zu erwarten. Einige kleinere Vermarkter werden den Betrieb einstellen.

Meine Prognose ist, dass im Jahr 2009 deutlich mehr als die Hälfte des Onlinewerbemarktes auf den Bereich Perfomance-Marketing entfallen wird.

Verlierer der Entwicklung:

  • Publisher
  • Vermarkter, die nicht flexibel genug auf den Markt reagieren (können)

Gewinner:

  • Onlinemarketing-Profis, die Traffic günstig einkaufen und Wege finden, diesen günstigen Traffic zu monetarisieren (Arbitrage-Geschäfte)
  • Performance-Marketing-Anbieter
  • Affiliate-Netzwerke
  • SEO-Profis

Facebook experimentiert mit User-Targeting

Logo Facebook

Facebook startet erste öffentliche Experimente mit User-Targeting für Werbeanzeigen. Als Targeting-Kriterien stehen zum Beispiel Land, Stadt, Geschlecht, Familienstand, Ausbildung oder Berufstätigkeit. Was aber wirklich spannend ist, ist die Möglichkeit nach jedem Keyword innerhalb des Facebook-Profils des User zu targeten. So kann man seine Werbung allen Usern anzeigen, die zum Beispiel “Star Wars” als Interessen in Ihrem Profil angegeben haben und diesen dann Merchandising-Artikel zum Film anbieten. Gebucht werden könnten derzeit nur Flyer-Ads. Abgerechnet wird per CPC.

Wäre ich zum Beispiel Wedding-Planner in Hamburg, so könnte ich alle verlobten Männer und Frauen in Hamburg als Targeting-Kriterium eingeben. Nur diese bekommen dann die Werbung angezeigt.

Auch MySpace geht in eine ähnliche Richtung.

Das ist definitiv die Zukunft der Werbung in Social Networks. Denn so werden die einzigartigen Vorteile der Social Networks genutzt. Damit werden ganz bestimmt auch die bisher sehr schlechten Klickraten bei Facebook steigen. Denn wenn relevante Werbung angezeigt wird, dann wird der User diese auch beachten.

via Techcrunch

W+V Werbung und Vertrieb, Matthias Birghan

In diesem Artikel berichte ich über meine überwiegend negativen Erfahrungen mit Matthias Birghan und seiner Firma W+V Werbung und Vertrieb GmbH. Bitte nicht verwechseln mit der seriösen Zeitschrift W&V Werben und Verkaufen.

Das habe ich bisher noch nie getan, aber ich habe mich sehr über die Geschäftsmethoden dieses Anbieters geärgert und möchte gerne andere Unternehmen warnen.

Was ist passiert?

Vor etwas mehr als einem Jahr startete mein Beteiligungsunternehmen Kunst-Outlet in Hamburg. Um sofort für ordentlich Kundenverkehr zu sorgen, planten wir die Verteilung von Prospekten an alle Haushalte in Hamburg. Wir hatten ein Angebot der Deutschen Post und ich erinnerte mich an einen Bekannten, Matthias Birghan, der mittlerweile Geschäftsführer der W+V Werbung und Vertrieb GmbH war. Er machte uns ein Angebot, das etwas günstiger als das der Deutschen Post war und ich vertraute ihm, dass die Qualität gut sei. Leider. 792.000 Haushalte in Hamburg sollten beliefert werden, also alle. Auf die Frage, mit welcher Responsequote zu rechnen sei, erzählte mir Herr Birghan, dass schon 1% der Leute in den Laden kommen sollten. Diese Aussage machte Herr Birghan auf der Einweihungsfeier des Kunst-Outlets, also zu einem Zeitpunkt, als der Auftrag schon erteilt war und er mir nichts mehr verkaufen musste. Er hatte also keinen Grund zu “flunkern”. Ich konnte es kaum glauben, das wären immerhin fast 8.000 Menschen gewesen. Ich plante mal vorsichtig mit 0,1% und war trotzdem total panisch und machte mir Sorgen ob wir genug Ware haben, ob die Parkplätze reichen, wo wir so schnell ausreichend Personal herbekommen. Die Verteilung erfolgte an einem Donnerstag und wir bereiteten uns auf einen Ansturm am Wochenende darauf vor.

Dieser blieb leider aus. Es kamen in der Woche nach der Verteilung etwa 200 Besucher in den Laden, das sind gerade mal 2,5% der von Herrn Birghan prognostizierten Response. Das verwunderte uns sehr. Ich selbst habe ein Einfamilienhaus in Hamburg, bin kein Werbeverweigerer und bekomme sonst auch ständig Werbung in den Briefkasten. Die eigene Werbung kam nicht an. Ich fragte also Freunde und Bekannte und das taten auch unsere Angestellten und Bekannten. Ergebnis unserer, zugegeben nicht repräsentativen aber dennoch sehr aussagekräftigen Umfrage war, dass von mehr als 100 befragten Leuten aus unserem Umfeld gerade einmal 4 die Werbung im Briefkasten hatten. Begründung von wuv war, dass es sich dabei überwiegend um Klingelhäuser handele, zu denen die Verteiler keinen Zugang hätten. Wie bitte? Ich meine, dass die befragten Personen einen Querschnitt der Hamburger Bevölkerung darstellen. Nicht nur Stadtteile um die Alster, sondern auch Randgebiete. Und die Befragten wohnen sicher nicht absolut anders, als der typische Hamburger. Wenn von unseren befragten Personen weniger als 4% einen Prospekt im Briefkasten hatten, wieviele waren es dann insgesamt?

Kosten der Aktion: 22.176€ Verteilkosten + ca. 30.000€ Druckkosten für die Prospekte, also etwas mehr als 50.000€. Nicht nur, dass wir durch die meiner Meinung nach mangelhaften Verteilung die Verteilkosten unnötig zahlen mussten, auch die Druckkosten sind uns als Schaden entstanden.

Ich behaupte jetzt nicht, dass uns die Firma W+V oder Herr Matthias Birghan vorsätzlich abgezockt haben. Vielleicht ist WundV selbst von den Verteilern betrogen worden. Denn die hatten vielleicht bei dem schönen Wetter keine Lust zu verteilen und haben die Prospekte einfach “entsorgt”. Wo der Betrug liegt, ist nicht klar. Aber den Schaden haben wir als Kunden. Und auf diesem hat uns W+V auch sitzen lassen. Es gab keinerlei Entgegenkommen seitens des Unternehmens. Wir wären mit einem Nachlass zufrieden gewesen. Aber kein Millimeter des Entgegenkommens seitens W+V.

Was danach kam, war ein Rechtsstreit. Hier kürze ich ab, denn es ist etwas passiert, was dem Ganzen den i-Punkt aufsetzt. Unser damaliger Rechtsanwalt hat den Prozess verloren. Aber nicht, weil uns der Richter nicht Recht gegeben hätte, sondern weil er mehrfach nicht zum Gerichtstermin erschienen ist. Es ist deshalb ein Versäumnisurteil ergangen. Von diesem hat uns unser eigener Rechtsanwalt nicht in Kentniss gesetzt, so dass wir noch nicht einmal darauf reagieren konnten und das Urteil nun rechtskräftig ist. Ihm müsste ich eigentlich einen extra Artikel widmen, denn da gab es noch einige weitere unglaubliche Versäumnisse.

Eigentlich kann und darf so viel nicht auf einmal schief gehen. Ist es aber. Was bleibt, ist ein Schaden von 50.000€. Wir werden nun unseren eigenen Anwalt verklagen und hoffen Schadenersatz von ihm zu bekommen.

Ich weiß nicht, wie andere private Verteilunternehmen arbeiten. Aber ich bin höchst unzufrieden mit den Ergebnissen der Firma W+V, die sich in keiner Weise mit den Prognosen decken, die Herr Birghan seiner Zeit im Gespräch mit mir geäußert hat.

Ich würde nie wieder ein privates Verteilunternehmen beauftragen, sondern lieber mit der Deutschen Post arbeiten, die festangestellte Briefträger beschäftigt. Die ist natürlich etwas teurer. Aber dann landen die Prospekte wirklich im Briefkasten der Empfänger und nicht gebündelt in irgendwelchen Mülltonnen, wie uns mehrfach über unsere Prospekte berichtet wurde.

Facebook arbeitet an Lösungen für Usertargeting

Ich bin der festen Überzeugung, dass die eigentliche Herausforderung der Werbung auf Web2.0 Plattformen das Targeting ist. User hinterlassen zum Teil unglaublich viele Informationen über sich in einem Social Network. Ziel für Anbieter und Werbetreibende ist es, diese Informationen für gezielte Werbung zu nutzen.

Facebook arbeitet laut Berichten des Wallstreet-Journal genau an solchen Lösungen. Offenbar soll es für Werbetreibende möglich sein, selbst Kampagnen einzubuchen und die Targeting-Kriterien festzulegen. Das wäre ein Angriff auf Googles Geschäftsmodell.

Während Googles Targeting darauf beruht, dass der Nutzer bereits seine Wünsche in Form von Suchbegriffen geäußert hat, ist der Vorteil eines Social Networks, dass dem User Produktangebote gemacht werden können, bevor er den Wunsch selbst geäußert hat. Das ist aus werbepsychologischen Gesichtspunkten ein interessanter Ansatz.

Wichtig beim Targeting ist, dass die Daten beim Social Network verbleiben und nicht an den Werbtreibenden weitergeleitet werden. Die Werbung darf auch nicht plump auf die Interessen des Users zugeschnitten sein. Im Idealfall bemerkt der User gar nicht, dass seine persönlichen Informationen für die Werbung eingesetzt werden. Unbewusst wird er aber an der Werbung mehr und mehr interessiert sein, da sie seine persönlichen Bedürfnisse anspricht. Auch die altbekannten Werbeformate werden dafür wenig geeignet sein. Es müssen neue, intelligente Integrationen her.

Das alles ist noch Zukunftsmusik und kein Anbieter hat diese Lösungen tatsächlich, wie Debra Aho Williams, ein Online-Advertising Analyst von eMarketer Inc sagt:

Finding a way to use people’s interests and personal connections to show them relevant ads has “always been the promise of social networking, but we’re still waiting to see the big successes,”

Dass die Social Networks dringend eine solche Technologie benötigen liegt auf der Hand. Es ist kein Geheimnis, dass die Klickraten auf Werbung in Social Networks deutlich geringer sind, als auf herkömmlichen Portal-Seiten.

Ich mach`s noch mal

Logo Ad 2.0

Ich hatte mir eigentlich vorgenommen nicht mehr aktiv ins Tagesgeschäft einzugreifen, sondern mich auf meine Tätigkeiten als Investor und Business-Angel zu beschränken.

Aber ich sehe eine eklatante Lücke am Markt. Es gibt keinen Vermarkter, der sich explizit um die Vermarktung von Web2.0 Unternehmen kümmert. Diese Lücke wird nun geschlossen. Mein neuestes Unternehmen heißt Ad2.0 – Ihr Web2.0 Vermarkter.

dukudu.de steht bei ebay zum Verkauf

Logo dukudu

Vor einigen Tagen hatte ich hier einen kuriosen Businessplan vorgestellt. Dukudu ist eine Art Twitter-Klon, nur weitergedacht.

Nun steht das Projekt aus “privaten Gründen” bei ebay zum Verkauf. Damit erübrigt sich also auch die Frage, ob ich in das Projekt investiert habe. Nein, habe ich nicht. Und ich nenne auch gerne die Gründe. Ich finde die Umsetzung des Projektes sehr gut. Sowohl optisch, als auch technisch. Auch das Team hat mir gefallen. Allerdings glaube ich nicht, dass man das Konzept in der Weise refinanzieren kann, wie das die Gründer vorhatten. Über eine 20 Zeichen umfassende Signatur in eMails und SMS wird sich nicht ausreichend Geld verdienen lassen. Meine Erfahrungen in der Vermarktung haben gezeigt, dass sich e-Mail-Footer nicht verkaufen lassen. Hotmail, GMX und freenet haben diese millionenfach und erzielen kaum Einnahmen damit.

2.594.074.988 PageImpressions

StudiVZ

Zumindest wenn man sich die PageImpressions von StudiVZ anschaut, möchte man meinen der Deal hat sich für Holtzbrinck gelohnt. Mit fast 2,6 Mrd. Seitenaufrufen ist die Studenten-Community das größte Angebot im deutschsprachigen Internet. Bei den Visits sieht es da aber ganz anders aus. Mit 80,7 Millionen Visits ist StudiVZ “nur” auf Platz 6. Was dennoch ein großer Erfolg ist, denn es handelt sich eben nur um Studenten und Schüler.

Was sagt uns diese Zahl? Social Networks haben eine unglaubliche Anziehungskraft und Stickiness. Innerhalb von knapp 2 Jahren ist StudiVZ also zum größten Onlineangebot geworden und größer als alle Verlagstitel und auch größer als die Internetriesen T-Online und web.de.

Wenn da nur nicht das Thema Monetarisierung wäre. Was sind 2,6 Mrd. PageImpressions bei StudiVZ wert? Zahlen darüber kenne ich bisher noch nicht. Aber ich gehe fest davon aus, dass die Werbeumsätze noch recht gering ausfallen dürften. Und da ist eben der entscheidende Unterschied. T-Online, web.de oder auch Spiegel-Online werden von den Werbetreibenden sehr gerne gebucht und StudiVZ eben bislang nicht. Das liegt nicht nur an der Zielgruppe der Studenten, sondern auch an der Art der Nutzung. Die Klickraten auf Werbeflächen bei StudiVZ liegen deutlich unter denen bei den Internetportalen oder Verlagstiteln. Kein Wunder, wird doch bei StudiVZ vor allem gechattet, gegruschelt, geflirtet und Fotos angesehen. Nicht gerade das ideale Umfeld für Werbetreibende. Siehe dazu auch mein Artikel zu Facebook.

Bei Markus Frind habe ich dazu einen sehr guten Beitrag entdeckt, der einige aktuelle Zahlen zu Facebook liefert.

via: Deutsche-Startups.de